Nitrifikationshemmer: Mehr Effizienz, weniger Stickstoffverluste

Ein Nitrifikationshemmer verbessert die Stickstoffausnutzung und reduziert Verluste – ein Gewinn für Umwelt und Landwirtschaft. Stickstoffdünger wie Nutramon und Dynamon sind bewährte Dünger, um Pflanzen zuverlässig zu versorgen. Doch sowohl mineralische als auch organische Dünger bergen das Risiko, dass ein Teil des Stickstoffs verloren geht. Angesichts strengerer Umweltauflagen rückt die Verringerung von Düngemittelemissionen zunehmend in den Fokus. Eine wirksame Maßnahme ist der Einsatz von Nitrifikationshemmern.
Wie wirken Nitrifikationshemmer?
Nitrifikationshemmer verlangsamen die Umwandlung von Ammonium (NH₄⁺) zu Nitrat (NO₃⁻). Während Nitrat im Boden mobil ist und leicht ins Grundwasser ausgewaschen wird, bindet sich Ammonium an den Ton-Humus-Komplex (THK) bzw. Kationenaustauschkapazität (CEC) und bleibt pflanzenverfügbar. Zudem wird so die Bildung von Lachgas (N₂O) durch Denitrifikation reduziert. Je nach Temperatur und Feuchtigkeit hält die Wirkung 4 bis 10 Wochen, bei kühlen oder trockenen Bedingungen auch länger.
Bessere Stickstoffausnutzung für Pflanzen und Umwelt
Die verzögerte Umwandlung verschafft den Pflanzen mehr Zeit, Stickstoff aufzunehmen und erhöht die Düngeeffizienz. Versuche zeigen, dass sich im Maisanbau die Stickstoffeffizienz um 5–15 % und im Grünland um 5–10 % steigern lässt – bei gleichbleibender Düngermenge.
Gerade auf leichten Böden (wie beispielsweise sandigen Böden), die wegen geringer Nährstoffspeicherung stark auswaschungsgefährdet sind, kann ein Nitrifikationshemmer die Nitratauswaschung um 30-50 % senken. Gleichzeitig sinken Lachgasemissionen – je nach Boden und Wetter – um 20-60 %. Aber auch Tonböden profitieren: Sie sind feuchter, anfälliger für Sauerstoffmangel und damit für Denitrifikation. Hier können Nitrifikationshemmer Lachgasverluste um 20-40 % reduzieren, während der höhere CEC-Wert dafür sorgt, dass Ammonium länger verfügbar bleibt – besonders im Frühjahr bei kalten, feuchten Böden.
Klimanutzen und Kosteneffizienz
Lachgasemissionen klingen abstrakt, bedeuten aber konkrete Stickstoffverluste. Ihre Verringerung senkt Kosten, verbessert die Düngewirkung und schont das Klima. Ein zielgerichtetes Düngemanagement in Kombination mit Nitrifikationshemmern hilft Landwirten, die Kontrolle über ihre Nährstoffstrategie zu behalten – und gleichzeitig die Umwelt zu entlasten.
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