Stickstoff-Düngung von Winterraps
Die Aussaat von Winterraps findet in Deutschland meist Mitte bis Ende August statt. Damit beginnt für viele Landwirte auch die Frage: Wie viel Stickstoff braucht der Raps eigentlich jetzt im Herbst? Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, genau hinzuschauen, denn eine zu üppige Düngung kann den Pflanzen sogar schaden.
Düngen im August ist grundsätzlich möglich, aber nur mit klarem Bedarf und unter Beachtung der rechtlichen Vorgaben. Eine pauschale Herbstdüngung ohne Bodenanalyse und konkrete Planung ist nicht erlaubt. Die Düngeverordnung schreibt vor, dass Stickstoffgaben im Herbst nur bei nachgewiesenem Bedarf erfolgen dürfen und die dabei ausgebrachte Menge später bei der Frühjahrsdüngung angerechnet wird. Wer also zu viel im Herbst gibt, muss im Frühjahr weniger düngen – das kann die Pflanzenentwicklung bremsen.
Im Herbst nehmen die jungen Rapspflanzen meist nur wenig Stickstoff auf. Viel wichtiger ist, dass sie sich gut etablieren und stark genug für den Winter werden. Zu viel Stickstoff regt zwar das Wachstum an, macht die Pflanzen aber anfälliger für Frost.
Deshalb lohnt sich eine Bodenanalyse, um zu wissen, wie viel Stickstoff wirklich noch im Boden steckt. Wenn der Bestand schwach ist oder die Pflanzen sichtbar zu wenig N bekommen, kann eine kleine Startdüngung von 30 bis 40 Kilogramm Stickstoff pro Hektar sinnvoll sein. Dabei sind Ammonium- oder Ammoniumnitratdünger gute Optionen. Organische Dünger wie Gülle dürfen nur zu bestimmten Zeiten ausgebracht werden und sollten auch in der N-Bilanz berücksichtigt werden.
Generell ist die Herbstdüngung beim Raps eher eine Ergänzung. Die Hauptdüngung kommt im Frühjahr, wenn der Raps nach dem Winter wieder richtig loslegt. Wer den Stickstoff im Herbst gut im Griff hat, sorgt für einen starken Start in die neue Saison – ohne die Umwelt zu belasten und mit guten Ertragsperspektiven.

